Balkonkraftwerk – der schnelle Weg zu mehr Autarkie?
Photovoltaik ist der Schlüssel zu einer sauberen und unabhängigen Energieversorgung. Genau darum werden auch PV-Anlagen immer beliebter – vor allem Balkonkraftwerke erleben gerade einen echten Boom. Doch lohnt sich ein Balkonkraftwerk überhaupt, wenn das Ziel ein möglichst hoher Autarkiegrad ist? Und was muss bei der Installation beachtet werden? Beschäftigen diese Fragen auch Sie? Dann lesen Sie jetzt weiter!
Funktion und Installation eines Balkonkraftwerks
Balkonkraftwerke funktionieren nach demselben Prinzip wie groß angelegte Photovoltaikanlagen: Ihre PV-Module wandeln Sonnenlicht in elektrischen Gleichstrom um, der mithilfe eines Wechseltrichters für Geräte, die an das Stromnetz des Haushalts angeschlossen, nutzbar gemacht wird. Dabei handelt es sich bei Balkonkraftwerken – ob mit oder ohne Speicher – um ein elektrisches Haushaltsgerät. Aus diesem Grund dürfen sie, sofern sie nicht mehr als 600 Watt Leistung erbringen, von Laien installiert werden, wobei kürzlich beschlossen wurde, diese Obergrenze frühestens ab Januar 2024 auf 800 Watt anzuheben.
Viele Balkonkraftwerke sind als Komplettset erhältlich, was die Montage vereinfacht. Es gilt lediglich, einen geeigneten Standort sowie Neigungswinkel zu finden und das Mini-Kraftwerk nach Aufstellung mit dem Wechselrichter zu verbinden. Dann wird das Kabel des Wechselrichters noch mit einem Netzteil verbunden, dessen anderes Ende in eine einfache Steckdose gestöpselt wird. Doch auch wenn die Inbetriebnahme einfach erscheint: Aus Sicherheitsgründen ist es ratsam, hierfür einen Experten zu beauftragen.
Balkonkraftwerk in Betrieb nehmen
Darauf sollten Sie achten
In der Theorie klingt die Inbetriebnahme eines Balkonkraftwerks simpel. Tatsächlich müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein sowie einige bürokratische Hürden überwunden werden.
- Auch wenn sie die Montage eines Balkonkraftwerke nicht per se untersagen können: Vermieter/Pächter/Eigentümergemeinschaften sollten über das Vorhaben informiert werden, um eine gute Beziehung aufrechtzuerhalten.
- Informieren Sie sich zu den Förderprogrammen in Ihrem Bundesland und stellen Sie einen Förderantrag für Ihr Balkonkraftwerk.
- Auf dem Balkon sollte eine spezielle Einspeisesteckdose mit separater Leitung zur Wohnungsverteilung auf einer dedizierten Sicherung vorhanden sein.
- Es wird ein Zähler mit Rücklaufsperre oder ein Zweirichtungszähler benötigt. Denn wird mehr Solarstrom produziert als verbraucht, laufen die in vielen Haushalten verwendeten mechanischen Stromzähler – auch Ferraris-Zähler genannt – rückwärts, was zu Konflikten mit dem Gesetz sowie mit örtlichen Netzbetreibern führen kann.
- Die Leitungen im Haushalt sollten durch moderne Sicherungsautomaten geschützt werden. Daneben empfiehlt sich die Installation eines Fehlerstrom-Schutzschalters.
- Ihr Balkonkraftwerk muss beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet sowie ins Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden.
Wie viel Autarkie verspricht ein Balkonkraftwerk?
Bei optimalen Bedingungen (Standort, Neigungswinkel) kann ein Balkonkraftwerk jährlich etwa zwischen 550 und 750 kWh umweltfreundlichen Strom erzeugen. Ein 4-Personen-Haushalt benötigt in der Regel jedoch pro Jahr um die 4.000 kWh. Wer maximale Autarkie erlangen will, sollte daher eine Photovoltaikanlage plus entsprechend ausgelegten Speicher in Betracht ziehen und sich hierbei das Prinzip der Sektorenkopplung zunutze machen. So lässt sich der regenerativ erzeugte Strom auch in den Bereichen Wärme und Mobilität nutzen – zum Beispiel durch die Integration einer Wärmepumpe für die Beheizung des Hauses und einer Wallbox für das Laden eines Elektroautos. Diese ganzheitliche Herangehensweise ermöglicht es, die die selbst erzeugte Energie bestmöglich zu nutzen und den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu minimieren.
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